Bildung von Ablegern (Nuklei) und Königinnenzucht
In der Natur ziehen Bienen im Frühjahr im Zusammenhang mit dem Schwärmen Königinnen auf, um ihre Völker zu vermehren. Sie ziehen jedoch auch in anderen Situationen Königinnen nach, zum Beispiel wenn die Königin nach mehreren Jahren der Eiablage nicht mehr voll leistungsfähig ist oder wenn sie unfallbedingt verloren geht. In diesen besonderen Fällen ist die Königinnenaufzucht nicht mit einem Schwarm verbunden.
Der Imker kann „natürliche" Weiselzellen zur Bildung neuer Völker verwenden, doch ist es sehr schwierig, diese Zellen zu datieren und damit das Schlüpfen der Königin vorauszusehen. Den Züchtern steht eine weitere Möglichkeit zur Verfügung: Ein weiselloses Volk wird alle Anstrengungen unternehmen, um eine Ersatzkönigin aufzuziehen. Es lassen sich daher Kunstschwärme bilden oder zahlreiche Königinnen durch „Umlarven" sehr junger Larven gezüchtet werden. Letzteres Verfahren ermöglicht es, die besten Zuchtlinien auszuwählen und über zahlreiche Königinnen zu weit im Voraus festgelegten Terminen zu verfügen. Es gibt sehr viele Methoden zur Völkervermehrung oder zur Königinnenvermehrung. Dieser Artikel beschreibt einige einfache, bewährte und für jedermann zugängliche Methoden.
0 Beurteilung und Selektion von Völkern
Frühling
Sommer
Herbst
1 Natürliche Aufzucht
Grundprinzip: Eine Bienenpopulation, der die Verbreitung der von der Königin abgegebenen Pheromone entzogen wird, fühlt sich rasch weissellos. Diese epigenetische Veränderung löst eine grundlegende Verhaltensänderung bei den Arbeiterinnen aus, die dazu veranlasst werden, aus jungen Larven eine oder mehrere neue Königinnen aufzuziehen. Die Ammenbienen werden eine oder mehrere ausgewählte Larven übermässig mit Gelée royale ernähren, und zwar ausschliesslich während der 6 Tage vor der Verdeckelung der Weiselzelle. Eine Königin schlüpft 16 Tage nach der Eiablage und wird in der Woche nach dem Schlüpfen begattet. Die zuerst geschlüpfte Königin wird die anderen, noch in ihrer Weiselzelle eingeschlossenen Königinnen beseitigen. Die begattete Königin beginnt einige Tage später mit der Eiablage, d. h. etwa 25 Tage nach der ursprünglichen Eiablage.
1. Verfahren: das beste Volk des eigenen Bienenstands auswählen. Von diesem Zuchtstoff einen Brutrahmen mit offener Brut, mit den dazugehörigen Bienen, aber ohne die Königin entnehmen. Dieser weisellose Rahmen muss offene Brut aufweisen, möglichst mit allen natürlichen Entwicklungsstadien (Eier von 1–3 Tagen und Larven von 1–6 Tagen); die auf diesem Rahmen befindliche verdeckelte Brut besitzt die Eigenschaft, von jungen Putz-, Ammen- und Wachsbienen besetzt zu sein, die nützlich sein werden, um aus den gelegten Zellen eine oder mehrere Weiselzellen zu strecken. Es ist unbedingt erforderlich, alle auf diesem Rahmen vorhandenen Bienen mitzunehmen und diesen in die Mitte des Ablägerkastens zu stellen.
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Aus einer beliebigen anderen Beute einen Futterwaben mit Honig und Pollen mitsamt den dazugehörigen Bienen entnehmen. Diesen neben dem Brutrahmen in den Ablegerkasten einführen. Der Futterwaben soll aus einer anderen Beute entnommen werden als jener, aus der der Brutrahmen stammt, damit das Brutvolk nicht zu stark geschwächt wird. Es empfiehlt sich, einen Rahmen mit Pollen und zumindest teilweise noch nicht verdeckeltem Honig auszuwählen. Rahmen mit ausschliesslich verdeckeltem Honig erfordern viel Arbeit für die Entdeckelung. Nicht verdeckelter Honig enthält mehr Wasser, das die Ammenbienen zur Produktion der Gelée royale benötigen.
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Vor dem Schliessen des Ablägerkastens die jungen Bienen (ohne Königin!) von einem Brutrahmen aus einer anderen Beute – beispielsweise jener, aus der der Futterwaben stammt – einbürsten oder abschütteln. Die auf einem Futterwaben vorhandenen Bienen sind älter als jene auf einem Brutrahmen.
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Schliesslich enthält der Ableger zahlreiche junge Ammenbienen, offene Brut und Futter: Die Königinnenaufzucht kann daher auf natürlichem Weg stattfinden.
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Den Ablegerkasten mit dem Ableger 3 km weit versetzen, damit die älteren Bienen nicht zum Brutvolk zurückkehren. Nicht vergessen, dass dieser Ableger bis zu seiner vollständigen Entwicklung zu einem vollwertigen Produktionsvolk gefüttert werden muss.
Variante: Man kann auch das Brutvolk 3 km weit versetzen und den Ablegerkasten mit dem Ableger an die Stelle des Brutvolks stellen: Die Flugbienen des Brutvolks werden den Ableger mit frischem Pollen, Nektar und Wasser für die Produktion der Gelée royale versorgen.
Das versetzte Brutvolk wird sich neu orientieren. Dieses Brutvolk kann 1 Woche lang mit 1–2 × 300 ml Sirup 50 % gefüttert werden, bis die Arbeiterinnen dazu angeregt werden, Flugbienen zu werden.
Vereinfacht, zum besseren Verständnis: Die Königin wird aus einer 1 Tag alten Larve aufgezogen (4. Tag seit der Eiablage); sie benötigt daher noch 12 Tage bis zum Schlüpfen und beginnt 10 Tage später mit der Eiablage (d. h. 22 Tage nach der Bildung des Ablegers). Da überdies frisch gelegte Eier auf dem Brutrahmen des Ablegers vorhanden sind, werden alle Bienen 21 Tage nach der Bildung des Ablegers geschlüpft sein, genau am Vorabend des Beginns der Eiablage der neuen Königin. Diese brutfreie Phase sollte genutzt werden, um eine Behandlung mit Oxalsäure durchzuführen (z. B. Sublimation 1 g/Ablegerkasten mit 6 Rähmchen). Die ersten Töchter dieser Königin werden ihrerseits 21 Tage später das Licht der Welt erblicken, in dieser Zeit wird es keine Schlupfereignisse (Emergenz) geben.
Vorteile dieser Methode:
- Bildung eines neuen Volkes.
- Qualitätskönigin, die von den Bienen auf natürlichem Weg aufgezogen wird.
- Schwarmverhinderung im Brutvolk.
- Milbenfreies Volk dank der Behandlung im brutfreien Zustand.
- Verringerung der Varroabelastung im Brutvolk
2 Aufzucht mehrerer Jungvölker
Grundprinzip: Ein wertvolles Volk wird in einem 6-Rähmchen-Ablegerkasten aufgezogen, auf dem eine trennbare Halbzarge mit Mini-Plus-Rähmchen (¼ Brutzargenrahmen) aufgesetzt wird. Mittels eines Königinnengitters wird die Königin in der Halbzarge gehalten, um sie dort zur Eiablage zu zwingen. Sobald die Rähmchen belegt sind, wird die Königin wieder in den Brutraum gesetzt und die Halbzarge geteilt und zur natürlichen Aufzucht versetzt.
Verfahren: Ein Volk mit einer wertvollen Königin, möglichst F0, wird in einem 6-Rähmchen-Ablegerkasten aufgezogen, der eine modulare „Honigzarge" aufnehmen kann, die mit Mini-Plus-Rähmchen (¼ Brutzargenrahmen) bestückt und mit 3 Trennschieden versehen werden kann, um 4 Abteilungen mit 4 Futtergeschirren zu schaffen, unter dem ein Gitterboden befestigt werden kann (Quadri-hive). Wenn der Brutraum des Ablägerkastens gut besetzt ist, wird die Honigzarge mit 12 Mini-Plus-Rähmchen aufgesetzt. Wenn die Rähmchen der Zarge besetzt und teilweise mit Vorräten gefüllt sind, wird zwischen Ablegerkasten und Honigzarge ein Königinnengitter eingesetzt. Die Königin wird in der Honigzarge eingesperrt, um sie zur Eiablage dort zu zwingen. Sobald mindestens 4 Rähmchen offene/verdeckelte Brut und Eier aufweisen, wird die Königin entnommen und in den Brutraum hinuntergesetzt; die Honigzarge wird durch 3 Trennschied in 4 Abteilungen unterteilt und die Rähmchen so verteilt, dass sich in jeder der 4 Abteilungen mindestens 1 Rähmchen mit offener Brut und Eiern befindet. Die Futterwaben werden gleichmässig auf die Abteilungen verteilt, zu jeder Seite des Brutrahmens. Die Honigzarge, die nun zum Brutraum eines Ablägerkastens wird, wird auf den Gitterboden gestellt; die Abteilungen werden mit Deckbrettern und Futtergeschirren abgedeckt. Diese Einheit wird 3 km weit transportiert, um eine natürliche Aufzucht zu ermöglichen und zu verhindern, dass die Bienen zum Brutvolk zurückkehren. Die 4 Königinnen, die an J+12 schlüpfen werden, sind F1. Sobald sie in Eilage sind (J+30), werden sie in andere Völker eingeweiselt und die Honigzarge kehrt auf das Brutvolk für einen neuen Zyklus zurück.
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3 Klassische Aufzucht mit geschlossenem Starter, ohne Königinnenverlust
Grundprinzip: Der Imker entnimmt Larven einer ausgezeichneten Königin (F1) oder besser einer Zuchtkönigin (F0) und lässt diese von einem „Ammenvolk" aufziehen. Die Larven werden in Zuchtnapfen umgelarvt, die an einem Zuchtrahmen befestigt sind und in einen Starter zur Annahme der Weiselzellen eingebracht werden. Nach erfolgter Annahme wird der Zuchtrahmen in eine „Finisserbeute" überführt, bis zum Vorabend des Schlüpfens der Königinnen. Die Weiselzellen werden in kleine Ablägerkästen eingesetzt, um die Begattung am Bienenstand oder in einer Belegstation (F0) zu ermöglichen. Diese Technik erfordert etwas Geschicklichkeit bei der Larvenentnahme und spezifisches Material (Zuchtnapfen, Halterungen, Zuchtrahmen, Umlarvierstift, Ablegerkasten, Schutzbigoudi, senkrechtes Königinnengitter, Begattungskästchen, Futterteig, Königinnenfarbe…).
Verfahren: Die einzelnen Schritte sind dank des präzisen Zuchtkalenders klar kodifiziert:
- Vorbereitung des Starters (J-1)
- Umlarven und Einbringen des Zuchtrahmens in den Starter (J)
- Transfer des Zuchtrahmens in die Finisserbeute (J+1)
- Anbringen der Schutzbigoudis (J+5)
- Besiedlung der Begattungskästchen (J+10)
- Einsetzen der Weiselzellen in die Begattungskästchen (J+11)
+ Aufstellung am Begattungsstand - Eilagekontrolle und Markierung (J+30)
Vorbereitung des Starters (J-1)
Aus einem schönen, gesunden Volk, dessen ausgezeichnete Königin (F0 oder F1) in Eilage ist (Brutvolk), einen Rahmen mit viel Futter (Honig und Pollen) mit allen dazugehörigen Bienen, aber strikt ohne jegliche Brut und ohne die Königin entnehmen! Diesen Rahmen gegen die Wand eines 6-Rähmchen-Ablägerkastens stellen, dessen Innenwände zuvor mit Honig/Futterteig bestrichen worden sind, um den Ammenbienen ein Maximum an Nahrung bereitzustellen. Unmittelbar neben diesem Rahmen einen freien Platz lassen: Dieser nimmt den Zuchtrahmen auf. Im nächsten Platz einen alten leeren Baurahmen einführen, der zuvor unter den Wasserhahn gehalten wurde, um so viel Wasser wie möglich zu speichern. Dieses Wasser ist für die Ammenbienen zur Vorbereitung der Gelée royale unerlässlich. In den Starter die jungen Ammenbienen von 3–4 Bruträhmchen mit offener Brut derselben Aufzuchtbeute einschütteln, ohne die Königin zu nehmen! Mit einem Trennschied abschliessen und den Ablegerkasten – der somit 2 Rähmchen, einen freien Platz und ein Trennschied enthält – mit einer Plastikfolie abdecken, die mit Isolierband oder gut haftendem und dichtem Klebeband am Ablegerkasten befestigt wird. Diese Plastikfolie ersetzt das Deckbrett und ermöglicht das Einbringen des Zuchtrahmens, ohne dass die Bienen aus dem Starter entweichen. Den Starter kühl lagern, mindestens 3 Stunden, damit sich die Bienen weissellos fühlen.
Umlarven (J)
Aus dem Brutvolk einen Brutrahmen mit offener Brut mit möglichst vielen jungen Larven von weniger als 24 Stunden, in Form einer offenen Mondsichel, entnehmen. Larven in Hufeisenform sind zu alt. Mithilfe eines Umlarvierstifts die Larven entnehmen und in die Zuchtnapfen (künstliche Zellen) einsetzen, die an einem Napfhalter befestigt sind, welcher selbst am Block verschraubt ist, der am Zuchtrahmen befestigt ist. Dieser Zuchtrahmen wird 24 Stunden in das Brutvolk eingebracht worden sein, um von den Bienen gereinigt und gewöhnt zu werden. Um eine bessere Annahme der Larven zu fördern, kann am Boden der Zuchtnapfen ein kleiner Tropfen Gelée royale deponiert werden. Der Zuchtrahmen wird in den Starter eingebracht, indem die Plastikfolie mit einem langen Schnitt des Cutters an der Stelle des freien Raums zwischen dem Futterwaben und dem alten Wasserrahmen aufgeschnitten wird. Die Handhabung muss rasch und präzise erfolgen, damit die weisellosen Bienen nicht aus dem Ablegerkasten entweichen. Den Starter (geschlossen) die Weiselzellen 24 Stunden lang annehmen lassen. Die Bienen, die sich weissellos fühlen und nur die Larven in den Zuchtnapfen aufzuziehen und zu ernähren haben, werden schrittweise eine Wachskrone auf den Rand des Zuchtnapfes legen und nach und nach eine Weiselzelle strecken.
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Einbringen in die Aufzuchtbeute (J+1)
Einige Stunden vor dem Einbringen des umgelarvten und angenommenen Zuchtrahmens die Aufzuchtbeute mit einem senkrechten Königinnengitter in 2 Abteilungen teilen, damit die Königin die Abteilung nicht wechseln kann. Auf der weisellosen Seite (Abteilung A) und am senkrechten Königinnengitter anliegend 1 Rahmen mit offener Brut platzieren und 2 freie Plätze lassen, die den umgelarvten Zuchtrahmen und den Futterwaben des Starters aufnehmen werden. Die Königin und die übrigen Rähmchen befinden sich auf der anderen Seite des Gitters (Abteilung B). Die Brut in Abteilung A zieht die Ammenbienen an; einige Stunden später den umgelarvten Zuchtrahmen und den Futterwaben einbringen und alle Bienen des Starters einbürsten. Diese Aufzuchtbeute 5 Tage lang nicht stören. Gegebenenfalls in Abteilung B eine Mittelwand einführen, um die Wachsbienen zu beschäftigen und wilde Anbauten rund um die Weiselzellen in Abteilung A zu vermeiden.
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Schutz der Weiselzellen (J+5)
Wenn am 6. Tag die Weiselzellen verdeckelt sind und keine weitere Fütterung mehr benötigen, die Schutzbigoudis anbringen, um zu verhindern, dass eine Jungkönigin die Weiselzellen zerstört, und um zu verhindern, dass eine vorzeitig geschlüpfte Königin alle anderen Zellen vernichtet.
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Vorbereitung der Begattungskästchen (J+10)
Die Rähmchen anbauen, indem ca. 1 cm Mittelwand eingeschmolzen wird.
Den Futtergeschirr mit Futterteig füllen, da die Begattungskästchen von unten besiedelt werden, indem sie umgedreht werden. Flüssiger Fütterungssirup ist daher nicht geeignet! Die Rähmchen und das Deckbrett sorgfältig positionieren, damit die Einführungsöffnung für die Weiselzelle funktionsfähig ist!
Die Begattungskästchen mit 200 ml junger Ammenbienen besiedeln, die von Bruträhmchen mit offener Brut entnommen wurden (ohne Königin!). Diese Bienen werden gegen Varroa behandelt, indem sie mit einer 2,1 %-igen Oxalsäurelösung (3 g Oxalsäure in 1 dl Wasser bei 40°) besprüht werden. Die Begattungskästchen 24 Stunden kühl lagern.
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Einbringen der Weiselzellen (J+11)
Die Weiselzellen aus den Bigoudis entnehmen und durch die dafür vorgesehene Öffnung in die Begattungskästchen einbringen. Die Königinnen kühl schlüpfen lassen.
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Schlupfkontrolle und Aufstellung am Bienenstand (J+14)
Die Weiselzellen entnehmen und das Schlüpfen der Königin kontrollieren. Die Begattungskästchen in einem mit sexuell reifen Drohnen gesättigten Bienenstand aufstellen.
Eilagekontrolle und Markierung (J+30)
1 Rähmchen herausnehmen und auf das Vorhandensein von Eiern kontrollieren. Ist dies der Fall, die Königin suchen und mit der Jahresfarbe markieren (Weiss für 2021).
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Zuchtkalender:
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Excel-Datei zur Planung der Aufzucht herunterladen
4 Varianten der klassischen Aufzucht mit geschlossenem/offenem Starter
Es gibt sehr viele Varianten dieser klassischen Aufzucht. Die Larvenentnahme von einer Selektionskönigin bei einem Zucht-Monitor (F0) ermöglicht eine Begattung in einer Aufzuchtstation, wo sich Völker befinden, deren Drohnen sorgfältig selektiert werden. Der klassische Zuchtkalender ist einzuhalten, um samstags auf die Stationen zuzugreifen. Zudem müssen die Futtergeschirre der Begattungskästchen mit Futterteig ohne Honig gefüllt werden (um die Übertragung von Faulbrut zu vermeiden), und schliesslich müssen die Drohnen bei der Besiedlung der Begattungskästchen herausgefiltert werden, um zu verhindern, dass nicht selektierte Drohnen auf die Station gelangen und ein unerwünschtes genetisches Erbe übertragen.
Der offene Starter ermöglicht es den Bienen, auszufliegen und ihr gewohntes Leben (Sammeltätigkeit und Wasserversorgung mit Pollen) fortzusetzen. Der Nachwuchs junger Bienen ist konstant, was den Züchtern ermöglicht, mehrere Serien von Königinnenaufzuchten zu produzieren. Der offene Starter besteht aus 2 übereinander gestellten 6-Rähmchen-Ablegerkastenböden, die durch ein Königinnengitter getrennt sind (Körper A mit der Königin auf Körper B). Um den Körper B (unterer) zu besiedeln, Körper A regelmässig einräuchern und anschlagen, damit die Bienen heruntersteigen, wobei die Königin wegen des Königinnengitters oben bleibt. Wenn ~2 kg Bienen in Abteilung B hinuntergegangen sind, die beiden Böden voneinander trennen und den Körper A (mit der Königin), geschlossen und mit einem Boden versehen, einige Stunden lang wegbewegen, bis sich die Bienen des Körpers B weissellos fühlen. Den Zuchtrahmen in die weisellose Abteilung B einbringen. Einige Stunden später, sobald die Zellen angenommen wurden, die beiden Ablegerkastenböden wieder übereinander stellen (B auf A, also umgekehrt zur Ausgangssituation). Das zusammengestellte Volk füttern und 7 Tage nach der Entnahme der Weiselzellen eine neue Serie beginnen.
Um die Frequenz der Serien zu optimieren, können die Weiselzellen ab der Verdeckelung in einen Brutschrank bei 34 °C überführt werden.
Der Züchter kann auch eine Starter-/Finisserbeute (1 einziger horizontaler Brutraum) verwenden, indem er die Königin in einem Gitterabteil mit 3 Rähmchen einzäunt. 9 Tage später gibt es keine offene Brut mehr ausserhalb des Gitterabteils. Einige Stunden nach der Entnahme dieses Abteils und dessen Überführung in einen Warte-Ablegerkasten fühlt sich das Volk weissellos, und ein umgelarvter Zuchtrahmen kann zur Annahme eingebracht werden. Einen Tag später kann das Gitterabteil mit der Königin wieder in das Ausgangsvolk eingebracht werden, in einigem Abstand vom Zuchtrahmen, zur Übernahme durch die Finisserbeute. Die folgenden Schritte sind mit der klassischen Aufzucht identisch. Die Rähmchen des Gitterabteils mit verdeckelter Brut werden regelmässig in den weisellosen Teil der Beute überführt und durch leere Rähmchen oder Mittelwände ersetzt, damit die Eiablage der Königin regelmässig fortgesetzt wird.
Es gibt auch Aufzuchtbeuten, die aus 2 Bruträumen mit 10 Rähmchen bestehen und 2 volkstarke Völker aufnehmen können, die als Ammenbienenvölker dienen und einen zentralen weisellosen 5-Rähmchen-Brutraum umgeben, der durch seitliche Königinnengitter geschützt ist. Das Flugloch des weisellosen Brutraums muss durch ein Königinnengitter geschützt werden, um zu verhindern, dass eine Königin (Primär- oder Nachschwarm) die Aufzucht zerstört!
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Gitterabteil für 3 Rähmchen und die Königin.
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Eine Mittelwand trennt das Gitterabteil mit der Königin vom weisellosen Abteil mit dem in dessen Mitte eingebrachten Zuchtrahmen.
5 Starter-Finisser Harry Cloake
Der Starter-Finisser funktioniert nach dem Prinzip zweier übereinander gestapelter Beutenböden, die durch ein Königinnengitter getrennt sind, das auf einem Holzrahmen mit einem herausnehmbaren Boden montiert ist.
Diese Methode vermeidet das Umlarven und die Königinnen sollen von besserer Qualität sein.
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Verfahren: Die folgenden Schritte sind einzuhalten:
Schritt 1: Einige Tage vor dem Einsetzen der Rähmchenträger für die Zuchtnapfen zwei gute Völker auswählen, die für den Starter-Finisser dienen werden. Eines der beiden Völker verweiseln. Das weisellose Volk über das andere stellen und dabei durch das Cloake-Plateau ohne den herausnehmbaren Boden trennen.
Schritt 2: Am Vorabend des Umlarvens die Beuten drehen, um die Position des Fluglochs umzukehren, und das Flugloch der unteren Beute schliessen. Folge: Die Flugbienen werden fortan das Flugloch des Cloake-Plateaus benutzen. Sie versorgen das Volk weiterhin.
Schritt 3: Einige Stunden vor dem Umlarven den Metallboden in das Cloake-Plateau einschieben. In der oberen Beute (dem weisellosen Volk) die Bienen, die sich auf den Bruträhmchen mit offener Brut befinden, abschütteln und die Rähmchen entnehmen. Diese beispielsweise in einer anderen Beute weiterverwenden. Einen freien Platz für den einzubringenden Rähmchenträger mit Zuchtnapfen lassen und gegebenenfalls mit einem Trennschied verengen. Die obere Beute wird sich weissellos fühlen. Das Flugloch der unteren Beute öffnen.
Schritt 4: Nach dem Umlarven den Rähmchenträger mit Zuchtnapfen in die Mitte der oberen Beute einbringen. Die Bienen so wenig wie möglich stören (wenig Rauch und rasches Arbeiten sind geboten). Einen Futtergeschirr aufsetzen und mit einem 50/50-Sirup füllen.
Schritt 5: Am nächsten Tag den Metallboden aus dem Cloake-Plateau herausnehmen. Täglich weiter füttern.
Schritt 6: Etwa 4 Tage später sind die Weiselzellen verdeckelt. Sie können bis zum 11. Tag belassen werden. Sie können auch in einen Brutschrank überführt werden, um den Starter-Finisser für eine neue Serie von Zellen freizumachen. Auf diese Weise während der gesamten Aufzuchtsaison entsprechend den Aufzuchtzielen vorgehen.
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6 Tipps und Tricks
Im Fachhandel finden sich zahlreiche Hilfsmittel, die bestimmte technische Handhabungen bei der Aufzucht erleichtern. Der handwerklich begabte Imker wird sich das benötigte Material selbst basteln können…
Schweizer Umlarvierstift rechts/links
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Chinesischer Umlarvierstift (ermöglicht die Entnahme der Gelée royale zusammen mit der Larve).
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Tränkerahmen (kann einen Baurahmen ersetzen, um den Ammenbienen das nötige Wasser bereitzustellen).
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Hochleistungs-Isoliertrennschied: ermöglicht die Wärmeisolierung des Ablegers.
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Selbst gebastelter Halbzargenrahmen für die Aufzucht mit 15 Zuchtnapfen:
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Selbst gebastelter Brutzargenrahmen für die Aufzucht mit 30 Zuchtnapfen:
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Selbst gebastelter Brutzargenrahmen für die Aufzucht (45 Zuchtnapfen):
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Nicot-Käfig, der das Umlarven der Zuchtnapfen vereinfacht: Die Königin legt direkt in die Zuchtnapfen.
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Gitterabteil für 1 Rähmchen zur Isolation der Königin.
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Gitterabteil für 3 Rähmchen zur Schaffung eines weisellosen Abteils in einer Beute.
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Begattungskästchen
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Eiablagerahmen direkt in die Zuchtnapfen des Nicot-Käfigs. Ermöglicht die exakte Datierung des Larvenalters.
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Königin zeichnen
Königinnenvermehrung im Mini Plus
Königinnenvermehrung im Laurenzkasten
7 Weitere Methoden zur Bildung eines neuen Volkes (PDF herunterladen)
Kunstschwarm (apiservice): https://www.abeilles.ch/fileadmin/user_upload_relaunch/Documente-FR/Sante_des_abeilles/Varroa-FR/1.4.2_essaim_artificiel.pdf
Kunstschwarm mit Königin (apiservice): https://www.abeilles.ch/fileadmin/user_upload_relaunch/Documente-FR/Sante_des_abeilles/Varroa-FR/1.4.3_essaim_artificiel_avec_reine.pdf
Jungvolkbildung mit Brut: https://www.abeilles.ch/fileadmin/user_upload_relaunch/Documente-FR/Sante_des_abeilles/Varroa-FR/1.4.4_jeunes_colonies_avec_couvain.pdf
Sammelbrutableger: https://www.abeilles.ch/fileadmin/user_upload_relaunch/Documente-FR/Sante_des_abeilles/Varroa-FR/1.4.4.1_nucleus_couvain_regroupe.pdf
Natürliche Schwärme: https://www.abeilles.ch/fileadmin/user_upload_relaunch/Documente-FR/Sante_des_abeilles/Varroa-FR/1.4.6_essaim.pdf
Völkerteilung bei Schwarmtrieb: https://www.abeilles.ch/fileadmin/user_upload_relaunch/Documente-FR/Sante_des_abeilles/Varroa-FR/1.4.7_division_colonie_en_fievre_essaimage.pdf
Eine einfache Methode zur Bildung eines Ablegers (Isabella Moretti): https://www.2imanagement.ch/fr/divers/liens/wwwapisionch/documents/divers-257
F1-Königinnenaufzucht (Gaëtan Varone): https://www.2imanagement.ch/fr/divers/liens/wwwapisavoirch/elevage-de-reines-f1
Die Wahl des Königinnentyps F1 oder F0, Gilbert Duruz: https://www.2imanagement.ch/fr/divers/liens/wwwapisavoirch/le-choix-du-type-de-reine-f0-ou-f1-
Grundsätze und Methoden der Königinnenaufzucht (Daniel Petit): https://www.2imanagement.ch/fr/divers/liens/wwwapisavoirch/principes-et-methodes-delevage-de-reines-dabeilles
Bildung eines Nacktschwarms (Jean Riondet): https://www.2imanagement.ch/fr/divers/liens/wwwapisavoirch/essaim-nu
8 Schlussfolgerung
Apis mellifera ist eine leicht zu haltende Biene, da sie sich an jede Situation anpasst: Sie akzeptiert verschiedene Bienenbeuten-Typen, zylindrische, sphärische, kubische; verschiedene Rähmchenformate, Brutraum/Honigzarge DB oder andere, ½ Brutraum vertikal, ¼ Brutraum, Apidea-Rähmchen oder sonstige Heimarbeiten, z. B. angebaute Wabe in einem Honigglas; verschiedene Materialarten, Stroh, Holz, Kunststoff, Metall, Polystyrol usw. Sie ernährt sich von Honig aus allen Nektaren/Honigtauen, von mehr oder weniger konzentriertem Sirup, von mehr oder weniger proteinreichem Futterteig. Der einzige limitierende Faktor ist die Fantasie des Imkers…
Viel Erfolg allen bei ihrer Aufzucht, einer imkerlichen Tätigkeit, die uns ebenso viel Freude bereitet wie die Honigernte.
Mehr erfahren:
- Grundsätze und Methoden der Königinnenzucht
- Königinnenzucht F1
- Königinnenzucht und Genetik der Biene
- Bildung junger Völker (Ableger)
- Wie führt man Königinnen ein?
- Merkblatt: Königinnenvermehrung nach Laurenz
Quellen:
L'élevage des reines, Gilles Fert, © 2014, Éditions Rustica, Dépôt légal : mars 2014
ISBN : 978-2-8153-0564-8 N° d'éditeur : 49856


